Rückblick
Sommer 2006
Im 2006, war der Sommer zu Beginn überdurchschnittlich warm, der August war aber sehr nass und kühl. Das Jahr wies dennoch eine überdurchschnittliche Besonnung auf und entsprechend war die Ozonbelastung etwas höher als im Vorjahr.
Wie in den Vorjahren wurde der Immissionsgrenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3, 1h-Mittelwert) an allen Stationen überschritten. Die häufigsten Grenzwertüber-schreitungen (643 - 816 Stunden) wurden im Tessin und in den mittleren Höhenlagen der Alpennordseite (um 1000 m über Meer) gemessen. Diese Stunden verteilten sich auf 71 bis 101 Tage. In den übrigen Gebieten der Alpennordseite wurden an 22 bis 65 Tagen während 79 - 425 Stunden zu hohe Ozonwerte gemessen.

Auch die Spitzenwerte des Jahres 2006 haben sich kaum verändert gegenüber denen der Vorjahre. Die Ozonbelastung des Jahres 2003 mit seinem heissen Sommer war deutlich höher.
Die Informationsschwelle der EU-Richtlinie zum Ozon (2002/3/EG) (180 µg/m³ als Stundenmittel, d.h. anderthalbfacher Grenzwert der LRV) wurde in 2006 im Mittelland mehrfach überschritten, am häufigsten in Basel, St. Chrischona an 11 Tagen, in Dübendorf an 9 Tagen. In der Südschweiz wurde die Informationsschwelle in Lugano an 38 Tagen und in Chiasso an 41 Tagen überschritten.
Der Alarmschwelle (240 µg/m³ während dreier aufeinander folgender Stunden und Prognose für weiterhin hohe Werte an den Folgetagen) der europäischen Richtlinie wurde im Jahr 2006 in der Schweiz auf der Alpennordseite nicht überschritten. In der Südschweiz wurde die Alarmschwelle in Chiasso an 3 Tagen (am 21., 22. und 25. Juli) überschritten.
Auf der Alpensüdseite werden höhere Ozonspitzen erreicht als auf der Alpennordseite. In den Tälern der Alpensüdseite wird die Ozonbildung begünstigt durch die Dauer der Sonnenein-strahlung und die Nähe zur Grossagglomeration Mailand (starker Verkehr mit hohem Dieselanteil, viele Industriezentren), deren Abgasfahnen insbesondere das südliche Tessin beeinträchtigen kann.
Überschreitungen des Stundenmittelwertes
von 180 µg/m3 in Lugano und Zürich 1989-2006
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